2009

Theater des Jahres –
Ende der Ära Baumbauers

Auszeichnung

„Das beste Haus im Land“. So betitelte es die AZ am 29. August 2009, nachdem die Münchner Kammerspiele zu Deutschlands Theater des Jahres gewählt wurden.

Es war zudem das prunkvolle Ende der Ära Baumbauer, einer Ära voller Innovation und Aufbruch. Unter Frank Baumbauer wurde das Theater in der Maximilianstraße moderner, die Inszenierungen wurden gewagter. Dies war in München zu Beginn nicht gerne gesehen, so schrieb z.B. der Münchner Merkur am 29. August 2009: „Buh-Rufe, Skandale, Anfeindungen – nicht alle Münchner freuten sich am Anfang über die mutigen, modernen Inszenierungen am Haus“. Doch er überzeugte die Kritiker.

Der Höhepunkt dann 2009: Bestes Bühnenbild für Andreas Kriegenburgs riesiges Auge in Franz Kafkas‘ Der Prozess, als Stück des Jahres wurde Elfriede Jelineks‘ Rechnitz (Der Würgeengel) ausgezeichnet und schließlich noch die Auszeichnung zum 'Theater des Jahres'.

In der AZ sagte Baumbauer dazu: „Ich bin stolz darauf, dass wir den konzeptionellen Wechsel der Theaterarbeit in den Kammerspielen geschafft haben. In München war die Herausforderung eine ganz besondere. Das war nicht ein Theater, das vor sich hinkriselte, sondern ein Super-Haus, mit einem tollen Ensemble, mit meist ausverkauften Vorstellungen, geliebt in der Stadt, geliebt in der Politik. Und da kommt jetzt der Münchner aus Hamburg und hat einen ganz anderen Fingerabdruck, eine ganz andere Denkweise über Theater.“

2009 endete mit Baumbauers Abschied eine Ära der Innovation an den Kammerspielen. Und zwar passend: Mit donnerndem Applaus.