1912 – 1913

Eugen Robert – Gründungsdirektor
der Münchner Kammerspiele

Intendanz

Über Eugen Robert, den Gründer und ersten Direktor der Münchner Kammerspiele ist nicht sehr viel bekannt: Er wurde am 23. Juli 1877 in Budapest geboren, studierte Jura und war bereits mit 23 Jahren Dr. jur. Mit 25 Jahre arbeitete er zunächst als Rechtsanwalt, bis er 1903-1906 Theaterreferent des Pester Lloyd wurde. 1906 gründete er das Hebbel-Theater in Berlin, das 1908 mit Hebbels Maria Magdalena eröffnet wurde. Er blieb bis 1910 dessen Direktor und künstlerischer Leiter, musste es aber wegen finanzieller Schwierigkeiten verlassen.

Er wechselte nach München ans damalige Lustspielhaus, das er zunächst Zum großen Wurstel nannte, es aber 1912 bereits wegen Missverständnissen in Münchner Kammerspiele umtaufte. Aufgrund intriganter Machenschaften, seiner Beziehung zur Schauspielerin Ida Roland und ökonomischer Ungeschicklichkeit wurde er 1913 vom Aufsichtsrat seines Amtes enthoben und übersiedelte 1916 wieder nach Berlin, wo er Direktor und Oberspielleiter des Berliner Residenztheaters wurde. Robert arbeitete zwischenzeitlich als künstlerischer Leiter einiger Kabaretts und wurde 1920 Direktor der Tribüne, die 1921 mit dem Theater am Kurfürstendamm verbunden wurde.

In den späteren 20er Jahren verschlechterte sich die ökonomische Situation, so dass er sich mit den von Victor Barnowsky und Max Reinhardt geleiteten Theatern zur Bühnenvereinigung ReiBaRo zusammenschloss, die so den Theaterkarten-Zwischenhandel umgehen und ihre eigene Preispolitik bestimmen konnte. Robert zeigte auf seiner Bühne vor allem moderne Produktionen mit bekannten Künstlern der Zeit. Nach der Machtergreifung 1933 musste Robert aufgrund seiner jüdischen Herkunft nach England emigrieren. Dort arbeitete er bei Theater- und Filmproduktionen in London und gastierte mit einigen Produktionen in Wien und Budapest.

Am 21. Dezember 1944 starb Eugen Robert in London.